Durch den Austausch eines Worts zu mehr Erfolg

11. February 2016

An unseren Design Thinking Bootcamps führen wir gerne eine Übung durch, die wir "Yes, but / Yes, and" nennen. Sie funktioniert folgendermassen: Es werden 2er-Teams gebildet, und eine Person beginnt mit einem fiktiven Vorschlag, was man am nächsten Tag unternehmen könnte. Die andere Person antwortet nun auf den Vorschlag, muss den Satz aber mit den Worten "Ja, aber..." beginnen. Zum Beispiel: "Morgen gehen wir zusammen in den Zoo." "Ja, aber es regnet, wir müssen einen Schirm mitnehmen". Nun antwortet die andere Person wieder mit "Ja, aber..." und so geht das hin und her. In der zweiten Runde wird das gleiche Spiel gespielt, nur wird der Satz "Ja, aber..." ersetzt durch "Ja, und...". Das Resultat ist bemerkenswert. Durch das "Ja und..." entsteht eine Kette von Vorschlägen, was zu fühlbar mehr Energie und auch mehr Kreativität führt. Wir benutzen diese Übung um aufzuzeigen, wie hilfreich und fruchtbar es ist wenn auf Ideen anderer aufgebaut wird.

Bernard Roth, ein Professor der Stanford Universität, beschreibt nun in seinem neuen Buch "The Achievement Habit", welche signifikanten Auswirkungen es hat, wenn wir das Wort "aber" mit "und" ersetzen. Wenn ich anstatt "Ich will gerne ins Kino, muss aber noch arbeiten" den Satz so formuliere: "Ich will gerne ins Kino und ich muss noch arbeiten", öffne ich den Raum für Lösungen (ich kann beides nacheinander tun, oder einen kurzen Film auswählen etc.). Er schreibt: "Wenn Sie das Wort "aber" benutzen, schaffen Sie einen Konflikt (und manchmal auch einen Grund) für sich selbst, der nicht zwingend existiert." Die Worte beeinflussen nicht nur, wie wir auf andere wirken, sondern auch wie erfolgreich wir unsere Ziele erreichen.

Einen ähnlichen Effekt wurde schon in einem Experiment 1988 bewiesen. Probanden mussten einen Bleistift im Mund halten, die einen mit den Lippen, die anderen mit den Zähnen. Dies führte dazu, dass die eine Gruppe eine lächelnde Mimik hatte (nur Zähne), und die andere Gruppe die Mundwinkel nach unten gezogen hatte. Beim Betrachten eines Comics fand die lächelnde Gruppe den Inhalt signifikant lustiger. Dies zeigt, dass nicht nur die Stimmung die Körperhaltung beeinflusst, sondern auch umgekehrt die Haltung und Mimik die Stimmung beeinflusst. Eine ähnliche Studie hat gezeigt, dass das Einnehmen von Siegerposen sich positiv auf das Selbstvertrauen auswirkt. Wir Moderatoren benutzen diese Technik, bevor wir einen Workshop starten, um uns mit positiver Energie aufzuladen und somit die Chance auf Erfolg erhöhen. Manchmal sind es Kleinigkeiten, welche einen grossen Unterschied machen können.