Eier für Führungskräfte: Drei Management Learnings aus PokemonGo

22. July 2016

Wir wissen alle, dass der Hype um PokemonGo riesig ist. Die News sind voll mit Berichten über Pokemon Hunter, die unachtsam auf Strassen rennen, sich an Orte begeben wo sie sonst nie hingegangen wären, und sich plötzlich zu Fuss so viel bewegen wie nie zuvor.


Das Ausmass, wie viele sich von diesem Spiel infizieren lassen (weit über die herkömmliche Pokemon Zielgruppe hinaus), haben wohl die Wenigsten kommen sehen.
Was schafft dieses Spiel, was die zig-tausenden anderen Apps im App Store so nicht hinbekommen? Denn darauf gewartet hat wohl niemand.

Es gibt viele Faktoren, die Hinweise auf diesen Erfolg geben. Faszination Augmented Reality (AR), eine bestehende bekannte Marke, eine tiefe Einstiegsschwelle da gratis, gekonnte kommunikative Lancierung mit medialen Berichten überall, usw. Und doch reicht keiner dieser einzelnen Punkte für sich aus, dieses Phänomen zu erklären.
Es gibt einen Aspekt in diesem Spiel, welches perfekt ausgeführt wird: Die Art und Weise wie es den Spieler motiviert und belohnt. Von dieser Umsetzung kann sich manch eine Führungskraft etwas abschneiden.

Neben dem Fangen von Pokemon und diversen anderen Nebenaufgaben gibt es auch die Möglichkeit Eier reifen zu lassen, um so neue Pokemon zu erhalten. Um diese Eier reifen zu lassen, muss man laufen. Und zwar richtig zu Fuss in der realen Welt, da es sich um ein AR-Spiel handelt. Und die Spieler tun dies. Anstatt drei Stationen mit dem Bus zu fahren, laufen sie lieber, um ihr Ei ausschlüpfen zu lassen. Wenn eine Applikation es schafft, dass die Nutzer ihre gewohnten Verhaltensmuster so drastisch ändern, und es sogar noch toll finden, hat sie aus psychologischer Sicht einiges richtig gemacht.


Hier kommen drei Kernpunkte der Motivationspsychologie zum Tragen, welches auch in der Arbeitswelt anwendbar sind:
    1.    Klare Ziele
    2.    Klares Feedback
    3.    Intrinsische Motivation

Klare Ziele und Feedback

Der Spieler weiss in Pokemon go jederzeit, was er tun muss, und sieht jeder Zeit seinen Status, wo in der Zielerfüllung er steht. Diesen Fortschritt so klar zu sehen, ist ungemein motivierend und befriedigend.


Intrinsische Motivation

(mehr über intrinsische Motivation in diesem Blogpost): Das Spiel spricht zwei von vier Treibern von intrinsischer Motivation an:
    •    Die Erfahrung (oder die Hoffnung darauf) erfolgreich zu sein
    •    Soziale Verbindung

Ein Kernelement vom Spiel ist das Sammeln der Pokemon (übrigens eine Abkürzung von Pocket Monster). Wie wir es von den Panini Sammel Alben her kennen, ist der Anreiz, die Sammlung zu vervollständigen, sehr gross. Durch die Verbindung mit dem Laufen in der realen Welt, welches mich einem neuen Pokemon näher bringt, schaffe ich die Hoffnung auf Erfolg, die durch die geleistete Arbeit befriedigender ist als das einfach Kaufen eines Säckli am Kiosk.
Des Weiteren hat das Spiel eine starke soziale Komponente, da sich verschiedene Arenen und weitere Orte im Spiel befinden, welche die Pokemon Hunter in der realen Welt zusammenbringt und einen Austausch fördert.

Alle drei oben genannten Punkte können in die Aufgabenstellung für Mitarbeiter miteinbezogen werden. Die Auswirkungen auf höhere Motivation der Arbeitnehmer und höhere Leistung und sind belegt. Und wenn auch nur ein Bruchteil der Begeisterung, welche die Pokemon Hunter für ihre Suche aufbringen, im Arbeitseinsatz zum Zuge kommt, ist mit einer Steigerung von Produktivität und Einsatz zu rechnen.