Machen Sie Ihren Kunden glücklich durch Arbeit

10. October 2014

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie liegen am Strand, die Sonne scheint, es ist ruhig und sie haben nichts zu tun. Tönt nach einem sehr glücklichen Zustand, nicht? Vergleichen wir die Situation mit folgendem Szenario: Sie sind umgeben von Menschen, haben viel zu tun, die Arbeit ist anspruchsvoll und verlangt ihre volle Aufmerksamkeit. Tönt nicht gerade verlockend.

Fakt ist, dass die Wahrscheinlichkeit in Situation 2 glücklich zu werden viel grösser ist als in Situation 1. Dort ist die Wahrscheinlichkeit unglücklich zu werden sogar sehr gross. Wie kann das sein?

Der Psychologe Csikszentmihalyi hat mit seinen Arbeiten zum Thema „Flow“ einen bedeutenden Beitrag zur Glücksforschung geleistet. Er beschreibt Flow als „das Aufgehen in einer Tätigkeit“. Flow stellt sich bei einer komplexen Aufgabe ein, welche volle Aufmerksamkeit erfordert, der man aber gerade noch gewachsen ist. Dann wird Zeit und Umgebung vergessen, man ist voll auf die Tätigkeit fokussiert und erfährt ein Glücksgefühl.

Schauen wir nochmal obiges Beispiel an: Die Person am Strand hat zwar Sonne, ist jedoch alleine und wird langfristig mit Langeweile zu kämpfen haben. Robinson Crusoe kann davon ein Liedchen singen. Die Person in Situation 2 ist sozial eingebunden und hat die Chance auf ein Flow Erlebnis, z.B. der Gitarrist einer erfolgreichen Band, welcher gerade zum Gitarrensolo ansetzt. Die Arbeit beschert ihm ein Glücksgefühl.

Spitzensportler, aber auch mehrere Berufe wie z.B. Chirurgen kennen das Flow Erlebnis. Aber auch Alltagsmenschen haben schon festgestellt, dass das Bier nach einem harten Einsatz besser schmeckt, wenn man sich zurücklehnen und auf das Erreichte stolz sein kann. Das überraschende dabei ist, dass wir Arbeit oft mit mühsam und Ruhe mit angenehm in Verbindung setzen. Arbeit kann aber ein Schlüssel zum Glück, und Ruhe auch ein Weg ins Unglück sein. Wir dürfen unseren Kunden also ruhig auch ein bisschen arbeiten lassen. Wichtig dabei ist, dass er ständig das Gefühl der Kontrolle beibehalten kann, und der schmale Grad zwischen Anforderung und Fähigkeit gemeistert wird. In der digitalen Welt ist es einfacher, diesen Grad zu finden, da wir über Echtzeitfeedback vom Verhalten des Nutzers verfügen. Computerspiele und gamifizierte Dienste passen ihren Schwierigkeitsgrad der Lernkurve des Nutzers an, um das bestmögliche Spielerlebnis heraus zu kitzeln. Hat der Nutzer dann die anspruchsvolle Aufgabe gemeistert, ist er vielleicht erschöpft, aber auch glücklich, mit dem befriedigenden Gefühl etwas geleistet zu haben.

Der dampfende Teller mit Pasta schmeckt leckerer, wenn wir gerade einen hohen Berg bestiegen haben. Und auch wenn noch so viele Leute über das Zusammensetzen der Ikea Möbel klagen, vielleicht liegt in dieser Arbeit, welche dem Kunde überlassen wird, auch ein kleiner Teil des Schlüssels von Ikeas Erfolg.

Links: http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_(Psychologie)