Warum der letzte Google Nexus Event ein Beispiel für Design Thinking ist

30. September 2015

Am 29. September 2015 stellte Google am Nexus Event in San Francisco ihre neuen Produkte vor. Die Highlights waren vor allem Hardware, wie die neuen Nexus Geräte, das neue Tablet Pixel C mit dem innovativen Tastatur Cover und der neue Chromecast Stick. Was Google aber genial geschafft hat, ist dass nicht die technologischen Features bei der Präsentation im Vordergrund standen, sondern die Auswirkung auf die Anwendung ihrer Nutzer. Am eindrücklichsten war das für mich bei der Präsentation der neuen Foto App für Android. Wir kennen die Situation: Ein Gruppe sitzt im Wohnzimmer, ein Handy wird herumgereicht mit einem Foto drauf. Google formuliert klar: Wäre es nicht toll, den Fernseher mit dem grossen Bildschirm nutzen zu können um allen das Foto zu zeigen. Diese Idee ist überhaupt nicht neu, Google schafft es aber durch die super einfache Bedienung die Schwelle der Bequemlichkeit zu überbrücken. Und dann kam für mich der Höhepunkt: Wenn der Nutzer sein Foto über den Fernseher spiegelt, und danach ein anderes Foto aus seiner Sammlung sucht, wird dies nicht mehr auf dem grossen Bildschirm übertragen, sondern das letzte Bild bleibt stehen. Dieser einfache und doch sehr wirkungsvolle Kniff basiert auf klassischer Nutzerbeobachtung und deckt ein grosses Bedürfnis ab. Die Fotos sind ein privater Aspekt, und man will nicht alle mit seinen Freunden teilen. Aus diesem Grund ist es auch nicht immer einfach, das Handy in die Runde zu geben, weil man nicht unbedingt will, dass die Andern durch die Fotobibliothek stöbern. Google erlaubt es mit diesem kleinen aber wichtigen Detail, ausgewählte Fotos mit anwesenden Freunden zu teilen, gleichzeitig aber die Kontrolle darüber zu behalten was gezeigt werden soll. Für mich zeigt dieses Beispiel die Stärke von Design Thinking und wie durch das nutzerzentrierte Vorgehen Dienste entwickelt werden, welche uns zuerst überraschen und dann aber nicht mehr wegzudenken sind.

 

Ab 33. min.